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Der Silverback, der Chef der Familie

 

 

Rwanda, Land der 1000 Hügel

 

Es ist erst 15 Jahre her, als im April 1994 die Hutus innerhalb von 3 Monaten 800'000 Tutsis und Tutsi-Sympatisanten ermordeten. Dieser Völkermord geschah mit unglaublicher Grausamkeit, und die Welt  schaute zu und reagierte nicht. Die im Lande stationierten UNO-Truppen beschränkten sich auf den Schutz der Evakuation der Ausländer. In Kigali, der Hauptstadt Rwandas wurde im 2004 ein sehr informatives Genozid-Memorial eröffnet. Dort ist die ganze Entwicklung, wie es überhaupt zu dieser Situation kommen konnte und wie alles abgelaufen ist im Detail beschrieben.  Am Schluss der Ausstellung gibt es Übersicht über andere Völkermorde wie 2.Weltkrieg, Yugoslawien, Namibien, usw.

Seit 1999 betreibt die UNO ein Tribunal im Komplex des Afrika-Parlamentes in Arusha, Tanzania, wo die Verbrechen von 1994 untersucht und verurteilt werden. In 3-4 Gerichtssälen wird parallel verhandelt, die Verhandlungen sind öffentlich und werden simultan in Englisch und Französisch übersetzt. Wir haben uns 2 Zeugeneinvernahmen angeschaut. Das Verfahren ist sehr aufwendig, aber es schafft damit ein kleines Stück Gerechtigkeit.

 

Im Ländereck Uganda-DR Kongo-Rwanda, in den Bergen von Virunga NP und Parc de Volcano leben die letzten Berggorillas dieser Welt, es sollen ca. 700 Tiere sein. Um die Tiere vor dem Aussterben zu schützen (es gibt immer noch Wilderer, in 2002 wurden 2 Gorilla Weibchen getötet, damit die Wilderer die Babies nehmen und sie im internationalen Markt verkaufen konnten)  und sie gleichwohl für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, haben sich die 3 Länder auf ein einheitliches Konzept geeinigt. Die Gorillas leben in Familien von 10 bis 20 Tieren. Diese Gruppen werden laufend beobachtet. Einzelne Gruppen wurden soweit an Menschen gewöhnt, dass sie sich von den Menschen nicht stören lassen, wenn sie sich in ihrer natürlichen Umgebung begegnen, andere Gruppen wiederum werden komplett abgeschottet und sind nur für die wissenschaftliche Beobachtung zugänglich. Gruppen von maximal 8 Touristen (mindestens 15 Jahr alt) können einmal am Tag eine Gorillafamilie besuchen. Die „Besuchszeit“ ist auf genau 1 Stunde beschränkt, dann müssen die Touristen die Tiere wieder alleine lassen. Einheitlich in allen 3 Ländern ist auch der Preis für die Teilnahme in einer solchen Gruppe: 500 US$ pro Person. Schon seit dem Beginn unserer Reise haben wir uns immer wieder überlegt, ob wir diese exorbitanten Preise mitmachen wollen oder nicht. Immer wieder haben wir uns für das eine oder andere entschieden und dann wieder verworfen. In Rwanda angekommen war der Entscheid: Ja ok, machen wir es halt. Das Problem war aber auch noch, dass alle verfügbaren Plätze bis Ende Dezember 2009 reserviert sind. So gingen wir einfach frühmorgens zum Sammelplatz, in der Hoffung dass jemand nicht erscheint. Bereits am 2. Tag war es soweit, wir konnten 2 Tickets kaufen und es ging los. Ob es sich gelohnt hat? Es wäre interessant zu wissen, was mit dem vielen Geld passiert. Die offizielle Version glauben wir nicht, aber wie ist es wirklich? TIA (That is Africa). Als Resultat der aktuellen Preispolitik sieht man denn auch kaum junge Leute oder Backpacker bei den Gorillas, schade!

 

Rwanda war eine Belgische Kolonie, die 1964 in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Anders als in den umliegenden Ländern ist daher nicht Englisch, sondern Französisch die wichtigste Fremdsprache im Land.

 

 

 

 

Einige Reiseinfos:

 

Währung

Rwanda Franc 1 US$ = Ca. 580 RFr

 

Geldwechsel

Wir haben keinen ATM gefunden, der unsere Maestro-Karte angenommen hätte, also blieb nur der Eintausch von Cash US$  

 

Visa

Touristenvisa an der Grenze, gültig für 3 Monate 50 US$. Scheinbar hätten wir vorgängig im Internet (Rwanda, Immigration) ein Antragsformular ausfüllen sollen. Davon wussten wir nichts und nach einiger Diskussion ging es dann auch ohne das Formular

 

Zolldokument

Carnet de Passage, an der Grenze mit einer Gültigkeitsdauer von 90 Tagen, analog dem Visa.

 

Haftpflichtversicherung

Haben wir in Nairobi für Kenia abgeschlossen. Dazu gibt es dann (analog der Grünen Karte in Europa) die Gelbe Karte, die bestätigt, dass das Fahrzeug in den bezeichneten Ländern (für uns der Osten und Süden Afrikas) gültig ist. Damit sollte das Versicherungsproblem bis SA gelöst sein.

 

Dieselpreis pro Liter

Je nach Gegend recht unterschiedlich, im Schnitt ca. 540 RFr

Camping

Ruhengeri:  Kinigi Guesthouse nähe Park HQ, S 01°25.955   E029°35.906

Kigali: Executive Car Wash, Restaurant und Camping, S 01°57.148 E 030°04.573

 

Unsere Reiseroute

(Kisoro) – Ruhengeri – Kigali – KibungoRusumo

 

 

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Das sind die Berge des Volcanos NP, dort wo die Berggorillas zu Hause sind. Es gibt eine Kette von 7 Vulkanen, der höchste davon ist der Karisimbi mit 4500m. Die Vegetation an den meist sehr steilen Berghängen besteht aus Bambus und dichtem Regenwald.

 

 

Wir waren mit einer Gruppe von Kanadischen Naturalisten unterwegs. Sie machten keine halbe Sache, sie buchten gleich 2 Tage Gorillatracking (macht dann 1000$ pro Person).

 

Von Park HQ aus fahren wir etwa 1 Stunde (über die bislang schlimmsten „Strassen“ dieser Reise) bis zum Beginn unserer Wanderung zu unserer Gorillafamilie. Zuerst gibt es noch Instruktionen über den Umgang mit den Gorillas und dem Verhalten in bestimmten Situationen dann geht es los, …..

 

 

 

 

 

…… den Hang hinauf durch das Dickicht

 

 

Bevor wir zu den Gorillas kamen entdeckten wir ein kleines Chamäleon im Gras

 

 

 

Wie eine Höhle, eine Gorilla-Wohnung?

 

 

Schöner Ausblick ins Tal

 

 

3 Tracker waren seit frühmorgens unterwegs um den Standort der Gorillas zu erkunden. Mit Funk instruierten sie dann laufend unsere Gruppe, damit wir möglichst auf direktem Weg zu den Tieren finden konnten.

Sie sind mit Handschuhen und wasserdichten Hosen bestens ausgerüstet für den Aufenthalt im nassen Dornengestrüpp.

 

 

Und hier sind sie!!!

 

Nach gut 2 Stunden steilem Aufstieg war es soweit.

Wir halten den Atem an, als wir den Koloss sahen, der von unten her direkt auf uns zukam.

 

Es ist schwierig in diesem Dickicht etwas zu sehen oder erst recht, hier Fotos machen zu wollen, aber hier kommt der Chef der Truppe, der Silverback den Hang hinauf.

 

 

 

 

 

Er ist überhaupt nicht an uns interessiert, er will nur futtern.

Unser Puls normalisiert sich wieder und wir geniessen den Augenblick

 

 

Und weiter geht es zum nächsten Busch.

 

Sie sind erstaunlich friedlich und zu unserer Beruhigung reine Vegetarier

 

 

Hier sieht man schön den grauen (silbrigen) Rücken, daher der Name Silverback. Die männlichen Tiere ergrauen am Rücken, wenn sie 10-12 Jahre alt sind.

 

 

Dieser Chef wiegt gute 200kg und soll die Kraft von 10 Männern aufbringen

 

 

Keine 4 m oberhalb unseres Standortes hat er sich hingesetzt …..

 

 

 

…. und futtert ungestört weiter

 

 

 

Leider zeigt sich eine seiner Damen nur von hinten, warum wohl? Wahrscheinlich will sie das Kleine vor uns verstecken, doch …..

 

 

…….. das neugierige Kind zeigt sich und schaut zu uns herüber

 

 

Zum Schluss zeigt sich dann doch noch eine weitere Dame von vorne.

 

Ein interessantes Detail: Was beim Menschen der Fingerabdruck ist, ist bei den Gorillas die Form der Nase. Scheinbar ist die bei allen Tieren unterschiedlich und dient den Rangers für die Identifizierung der einzelnen Tiere.

 

 

Kaum hatten wir die Gorillas verlassen fing der Regen an. Wir waren komplett durchnässt, aber es war ja nicht kalt. Die übrigen Teilnehmer aus unserer Gruppe waren mit einer organisierten Tour mit diesem Toyota unterwegs.  Sie waren Kanadier und haben für 2 Tage „Gorilla-tracking“ reserviert!

 

 

Am Fusse des Parks sehen wir überall Felder mit Margeriten. Wozu dienen sie? Die meisten Blumen sind verwelkt, also kann es kaum wegen der Blumenpracht sein.

Wir haben herausgefunden, dass die Pflanze für die Gewinnung eines natürlichen Insektizides (Pyrethrum) verwendet wird.  Diese Pflanzungen sind ein Projekt der EU aus dem Jahr 1969. Was gut war für die Beschäftigung der Leute hatte Folgen für den Park: Er musste um 8900 Hektaren verkleinert werden (fast die Hälfte seiner Grösse) um genug Anbauflächen zu bekommen.

 

 

Camping im Hotelhof des Kinigi Guesthouse. Diese einheimische Lodge gehört der „Association de Solidarité des Femmes Rwandaise“.

 

 

 

Abschied von Parc des Volcanes

 

 

Hier werden Backsteine gebrannt, die rote Erde scheint sich dazu hervorragend zu eignen.

 

 

Das ist ganz typisch  Rwanda. Hügel reiht sich an Hügel, alle sind bis obenhin landwirtschaftlich genutzt, zur Hauptsache mit Matoke (Gemüsebanane)

 

 

Kigali, eine Stadt auf Hügeln. Im Zentrum mit vielen modernen Gebäuden.

 

 

 

Der Pelz ist langsam aber sicher zu lang, im Coiffeursalon Laura ändert sich das schnell

 

 

Was auffällt: Alle Motorradfahrer tragen Helm. Alle mit grünem Helm sind Taxis und die Taxifahrer tragen zudem eine gut sichtbare grün-gelbe Weste.

Nach den Ländern vorher war es sehr angenehm, hier zu fahren. Die Strassen sind gut und es gibt klare Verkehrsregeln (die auch eingehalten werden!).

 

 

Wir waren wieder einmal ein Stück gemeinsam unterwegs, jetzt gibt es wieder einen Abschied. Bernd + Loes fahren via Uganda nach Kenia zurück, wir gehen weiter nach Tansania

 

 

 

 

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