ñññ  Home

 

In Nubien

 

 

Sudan

Von der Politik etwas verunsichert begann unsere Reise im Sudan. Doch die Leute, inkl. Polizei und Militär waren äusserst freundlich, von den Spannungen, ausgelöst durch den Entscheid in Den Haag (Anklage gegen den sudanesischen Präsidenten Al Bashir am 1.Tag unserer Reise im Land) merkten wir nichts. Natürlich planten wir auch nicht, die Unruhezonen im Westen (Darfur) und im Süden des Landes zu besuchen. Wir reisten auf fast direktem Weg dem Nil entlang nach Khartum und von dort in Richtung Osten nach Äthiopien.

 

Der Teil des Sudan, den wir gesehen haben ist geprägt durch die Wüsten. Grössere menschliche Siedlungen findet man nur in der Nähe des Nils, denn ohne Wasser geht halt gar nicht.

 

Die Strassen waren besser als erwartet. Die Strecke zwischen Wadi Halfa und Dongola ist zur Hälfte eine Baustelle, man wechselt also von neuem Asphalt zu Baustellenumfahrung, altem Trassee und Sandstrecken. Zur Sicherheit fuhren wir zu viert miteinander, aber alle kamen gut durch. Zwischen Dongola und Karima, sowie von Karima bis Atbara führen brandneue, 100 resp. 180km lange Asphaltstrassen quer durch die Wüste. Auch die Nil-Querungen sind im Umbruch, die meisten Fähren werden in den nächsten 1-2 Jahren durch neue Brücken ersetzt sein. Das macht das Reisen um einiges einfacher.

 

Zur Sicherheit: Wir fühlten uns eigentlich immer sicher. Wildes Campieren ist problematisch. Nicht dass es für uns unsicher wäre, es ist eher so, dass sich die Einheimischen unsicher fühlen, wenn wir nachts in ihrer Nähe stehen und dann die Polizei riefen, um uns zu überprüfen. Am besten war es jeweils, wenn wir weitab von Siedlungen und Strassen stehen konnten, oder wenn wir mit den Einheimischen sprechen konnten um ihnen zu zeigen, dass wir harmlose Touristen sind..

 

Je weiter wir gegen Süden kamen, desto höher stiegen die Temperaturen. In den letzten Tagen in Khartum stieg das Thermometer täglich über 40 Grad, es wurde Zeit für die höheren Regionen in Äthiopien.

 

 

 

 

 

 

Einige Reiseinfos:

 

Währung

Sudanesisches Pfund S£, 1US$ = 2.1 bis 2.3 S£, je nachdem wie gut man verhandelt.

Geldwechsel

Im Sudan kommt man nur mit Cash US$ über die Runden, keine ATM, keine Kreditkarten und keine Reisechecks!

Visa + Registrierung

Touristenvisa in Kairo, 100US$ pro Person, innerhalb von 3 Tagen muss man sich dann im Sudan registrieren, was weitere 52 US$ kostet

Zolldokument

Carnet de Passage

Haftpflichtversicherung

Nicht obligatorisch, in Wadi Halfa auch nicht machbar, erst in Khartum. Diese wäre sehr teuer gewesen, so liessen wir es dann für den kleinen Rest unserer Reise im Sudan gleich bleiben.

Dieselpreis pro Liter

S£ 1.0 bis 1.18 (ca. 60 Rappen)

Camping

Freies Stehen ist nur wirklich abseits von Siedlungen oder direkt bei Sehenswürdigkeiten in Absprache mit dem Bewachungspersonal ratsam. Wir wurden mehrmals an Stellplätzen in der Nähe von bewohntem Gebiet von der Polizei oder vom Militär überprüft (was korrekt und ohne Kostenfolge geschah). Einmal wurden wir nach einer solchen Überprüfung zum Übernachten in den Army Compound „eingeladen“.

Spezielle Stellplätze:

Wadi Halfa, ca. 20 km südlich am See N21° 46.085 E31° 19.736’

Khartum, Mitten in der Stadt beim Blue Nile Sailing Club

Unsere Reiseroute

Wadi HalfaDongolaKarimaAtbara – Khartum – Wad MadaniGedaref - Gallabat

ñ         Zum Seitenanfang

 

 

 

 

 

 

Blick aus unserer Kabine, scheinbar wird im Moment dort drüben, am Ostufer des Assuan-Sees eine Strasse nach Wadi Halfa gebaut, wäre auch für uns schön gewesen, und vor allem sehr viel billiger!

 

 

Wir kommen zum Hafen von Wadi Halfa

 

 

Wadi Halfa City Center! 1964 wurde Wadi Halfa neu gebaut, der ursprüngliche Ort wurde vom Nasser-See überdeckt. Das neue Wadi Halfa erinnert an eine Cowboy-Stadt, sehr sandig, aber eigentlich noch sauber.

 

 

„Home sweet home!“ steht oben links im Türrahmen, scheinbar musste jemand einmal länger als die obligaten 1-2 Nächte hier verweilen. Hotelstandards in Wadi Halfa sind katastrophal, und bei allen Absteigen einheitlich dreckig. Zum Glück hatten wir die eigenen Schlafsäcke dabei und mussten nur eine Nacht hier bleiben, bis wir dann wieder in den Camper einziehen konnten.

 

 

In Erwartung des gebratenen Fisches (natürlich aus dem Nasser-See), der dann wirklich auch sehr gut war. Von links: Jakob, Doris, Loes, Doris, Hans Heiri, Bernd

 

 

 

Einheimische Trucks sind in der Regel ältere Modelle, aber mit vielen Details verziert, sogar die Sandbleche sind fantasievoll bemalt.

 

 

Von jetzt an überall und in allen möglichen Varianten zu sehen: Ein Wasserbrunnen und daneben die Tonkrüge. Durch die Wand der Krüge verdunstet immer etwas Wasser, das entzieht dem verbleibendem Wasser die Wärme, d.h., die Einheimischen haben dort immer kühles Trinkwasser (für uns weniger geeignet)

 

 

Der Bahnhof von Wadi Halfa hat wohl schon bessere Zeiten gesehen. In den Fässern lagert Bitumen, das im Hinblick auf die zukünftigen Asphaltstrassen in der Region.

 

 

Am nächsten Tag, pünktlich um 13 Uhr kommt die Fähre mit unseren Fahrzeugen in Sicht.

 

 

Die Fahrzeuge sind durch den Zoll, alle Gebühren, inkl. Bakschisch für den Kapitän sind bezahlt und wir erholen uns am See, an einem wunderschönen Platz südlich von Wadi Halfa. Mit dabei sind: Je 1 Camper aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden, sowie 4 aus der Schweiz. Wie es sich dann auch später zeigte, haben wir uns immer wieder getroffen, die einen früher, die anderen etwas später.

 

 

Ruhe am See! Die Idyllle täuscht etwas. Am ersten Tag am See haben wir mit dem Satellitenradio von BBC News gehört, dass der Präsident Sudans, Al-Bashir vor den internationalen Gerichtshof von Den Haag zitiert werden soll, und deshalb zur Verhaftung ausgeschrieben wurde. Wir waren verunsichert, wie die Bevölkerung des Sudans, sowie das offizielle Sudan (Polizei,  Militär und Amtsstellen) sich in dieser Situation gegenüber uns Europäern verhalten würde. Wir entschieden und deshalb, ……

 

 

…… ein paar Tage hier zu bleiben und erstmals abzuwarten. Das fiel uns nicht sonderlich schwer, wie hier zu sehen ist: Von den einheimischen Fischern hatten wir Fische gekauft und Jaques und Bernd haben die Fische für den Grill vorbereitet.

 

Wir hatten mit der Schweizer Botschaft in Khartum, sowie mit einigen anderen Stellen  Kontakt und sammelten Infos. Das Ganze scheint nicht so heiss gegessen zu werden wie es gekocht wurde.

 

 

Ein erster schöner Skorpion, der sich hier eindeutig gestört fühlt und sich entsprechend angriffig zeigt.

 

 

Im Sudan scheint man den Schock aus Den Haag gut verarbeitet zu haben, die anfängliche Unruhe hat sich gelegt und unsere Reise geht weiter.

Ein letzter Blick zurück an „unseren“ See, die Bauern haben natürlich genug Wasser für ihre Felder und können entsprechend sehr viel anbauen.

 

 

Wow!!!! Eine brandneue Strasse, wo nach unseren Reisebeschreibungen noch Naturstrasse mit Wellblech angegeben ist

 

 

 

Doch die Freude ist von kurzer Dauer. Alte Piste, Baustellen und neue Strecken wechseln sich laufend ab.

 

 

Leider nur selten sieht man den Nil, obschon wir immer in der Nähe des Flusses in Richtung Süden fahren. Blaues Wasser, umrandet von einer schmalen Vegetationszone und daneben Steine, Sand und Staub.

 

 

Von Wadi Halfa über Dongola bis hinunter nach Karima sind die Nubier zu Hause. Ganz typisch sind ihre Häuser, immer mit Mauern eingemacht und schön verziert.

 

 

Eine weitere Version einer öffentlichen Wasserstelle, immer schön im Schatten.

 

 

Nicht ein Postauto, aber immerhin öffentlicher Transport mit einem Fahrplan (den wir zum Glück nicht brauchen, denn lesen können wir hier nichts).

 

 

Schon wieder eine Trinkstelle

 

 

Der Fährimann der uns mit seinem Boot zu einem Tempel auf der anderen Seite des Nils bringen sollte: Es herrschte Sandsturm, er konnte nicht fahren, also hat er uns zum Tee eingeladen bis der Sturm vorbei sei. Solange haben wir dann nicht gewartet, aber wir druckten dieses Familienfoto (seine Frau war auch dabei, wollte aber nicht mit auf das Bild) aus, was mit Freuden aufgenommen wurde.

 

 

Der Fährimann zeigte uns die Krokodile auf seinem Dach, also es gibt sie doch.

 

 

Wasserstelle

 

 

… und wieder weiter, hier noch auf der alten Strasse. Kaum zu glauben, dass nur 1-2 km von hier der Nil fliesst und an seinen Rändern alles grün ist.

 

 

Störche sammeln sich, möglicherweise fliegen sie bald in Richtung Europa, in den Frühling.

 

 

China engagiert sich im Strassenbau im Sudan, scheinbar nicht zur Freude aller Bürger.

 

 

Alltag auf der Fähre nach Dongola. Diese Bilder wird es nicht mehr lange geben, denn …..

 

 

… sobald die Brücke fertig gestellt ist, braucht es die Fähren nicht mehr.

 

 

Er hat wohl Hunger und frisst seine Ladung. Der Esel ist in diesen Ländern nicht wegzudenken.

 

 

Diese Tempelanlage in Kerma ist 4500 Jahre alt, 19m hoch und 50m lang. Viel ist davon nicht mehr zu sehen, aber sie ist einmalig von der Bauart: Alles mit Backsteinen. Die Archäologen sind dabei, die gesamte Anlage mindestens andeutungsweise zu rekonstruieren.

 

 

Moslemischer Friedhof bei Dongola

 

 

Wieder beim wilden campieren, typischerweise weg von der Strasse hinter einen Hügel. Hier sind wir wieder auf festem Grund, kurz vorher waren wir noch eingesandet (wir haben inzwischen schon einige Übung mit den Sandblechen!)

 

 

Auf den ersten Blick sieht das hier aus wie ein LKW-Reifen, doch es ist hartes Lavagestein

 

 

Gleich in der Nähe des „Lava-Autoreifens“ fanden wir diesen versteinerten Baum, ….

 

 

…. sogar die Jahrringe könnte man noch zählen

 

 

Begegnung auf der Strasse bei Karima

 

 

Bei El Kurru, südlich von Karima gibt es diese Gräber, eine steile Treppe führt in die in den Felsen gehauene Grabkammer hinunter. Leider war der Mann mit dem richtigen Schlüssel nirgends, im Inneren soll es einige gut erhaltene Wandmalereien geben.

 

 

Der ganze Hügel ist voller solcher Gräber, die meisten aber sind leer und ohne spezielle Kunstwerke.

 

 

Moschee in der „Grünzone“ dem Nil entlang bei Karima

 

 

 

 

 

Jebel Barkal bei Karima. Der frei stehende Felsblock rechts soll einmal wie eine Kobra ausgesehen haben. Inzwischen ist aber sehr viel zerfallen und es braucht einige Fantasie, wenn man die Kobra noch erahnen will.

 

 

Der Mut-Tempel war einmal komplett in den Felsen hinein gehauen worden, jetzt ist der äussere Teil durch eine neue Mauer vom weiteren Zerfall geschützt

 

 

Wandreliefs im Mut-Tempel

 

 

 

 

Pyramidengräber bei Karima

 

 

Die Kamele bewegen sich frei in der kargen Landschaft herum, wahrscheinlich gehören sie aber schon jemandem

 

 

Im Sand, wo sonst gar nichts gedeiht gibt es dieses „Grünzeug“, aufgeschnitten ……

 

 

……. haben die Kugeln ein saftiges Fruchtfleisch, das aber sehr bitter ist, und daher wohl von niemandem verwendet werden kann.

 

 

Nein, so nicht!

Der Fährmann wollte für die kurze Überfahrt ganze 100 S£ (50 US$). Zum Glück sahen wir weiter flussaufwärts eine weitere Fähre, dort kamen wir dann für 17 S£ rüber.

 

 

Sudanesische Pfund

 

 

Auf dem Weg zum Kamelmarkt

 

 

Meroe, zwischen Khartum und Atbara, eine Ansammlung kleiner Pyramiden (klein nach ägyptischem Standard), vorgelagert mit kleinen Kapellen

 

 

Die Ruinen verschwinden langsam wieder im Sand

 

 

In einer der Kapelle in Meroe: Das wäre sicher interessant zu lesen, wenn man es eben lesen könnte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war ein heisser Tag! Solche Temperaturen werden wir aber nun regelmässig haben, erst in der Höhe in Äthiopien wird es dann wieder kühler

 

 

Dieser Brunnern bei Naqa ist 80 m tief. An 4 Seilen holen die Leute hier ihr Wasser in Säcken herauf

 

 

Anstatt ein Sack mit Wasser kam hier aber ein Mann herauf, der wohl zum reinigen der Wasserstelle unten war.

 

 

Das lange Warten auf Wasser

 

 

Sie ziehen an einem der 4 Seile das Wasser in die Höhe

 

 

….. und zum Zeitvertreib wird hier auch noch gleich für Nachwuchs gesorgt.

 

 

Der restaurierte Löwentempel von Musawwarat

 

 

Löwentempel von Musawwarat

 

 

Erstmals in Musawwarat sehen wir (steinerne) Elefanten. Früher hatte es also wohl hier wirklich noch Elefanten.

 

 

Etwas weiter südlich in Naqa hat es 2 kleine Tempelanlagen, wo ein Team von Archäologen aus Deutschland voll an der Arbeit sind. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach Naqa in der Prärie. Wir sind hier mit Doris,  Hans, Bernd und Loes unterwegs.

Allein zu reisen ist sehr schön, aber so hin und wieder mit Freunden ein paar Tage zu verbringen gehört auch dazu, wir möchten es nicht missen.

 

 

Begegnung auf der Strecke: Die beiden Churer Marcel + Roman haben sich in Khartum eine Bewilligung geholt für eine Fahrt nach Port Sudan, sie wollen dort nochmals ein paar Tage am Roten Meer verbringen. Bereits seit Jordanien treffen wir die beiden immer wieder, irgendwann holen sie uns dann auch hier wieder ein.

 

 

Khartum, beim Blue Nile  Sailing Club, wo wir mit unseren Campern stehen können

 

 

Es wird wirklich gesegelt auf dem Nil, hier der Start zu einer Wochenendregatta

 

 

Ein Britisches Kanonenboot ziert das Gelände des Blue Nile  Sailing Clubs, das Boot war 1865 mit General Kitchener gegen die Franzosen auf dem Nil im Einsatz.

 

 

Auf dem Platz spricht man davon, dass das Boot bald restauriert werden soll. Wohl kaum wieder schwimmfähig, aber so als Restaurant, warum nicht.

 

 

Schattiger Stellplatz

 

 

Beim Hamed el-Nil Tomb in Omduman (Khartum) versammeln sich jeweils am Freitagabend einige 100 Gläubige Moslems (Dervish). Zuerst spielte diese kleine Gruppe, dann kann eine grössere Musikergruppe an und Lautstärke und Rhythmus steigerten sich.

 

 

Nach diversen Kräutern riechende Rauchfeuer wurden herumgereicht, die genüsslich inhaliert wurden

 

 

Dann begannen einige Gläubige, sich zur Musik im Kreis zu drehen, langsam und dann immer schneller.

 

 

Mindestens der gröbste Dreck muss wieder einmal weg, obwohl das sicher nicht lange anhalten wird.

 

 

Stellplatz vor der Äthiopischen Grenze. Der Termitenbau ist verlassen, es hat keine Bewohner mehr darin.

 

 

Zwischen Gedaref und der Äthiopischen Grenze gibt es viele kleine Dörfer mit diesen Rundbauten, wir haben das Gefühl, dass wir jetzt wirklich in Afrika sind.

 

 

Was hier eher Furcht erregend aussieht sind freundliche Ziegenhirten

 

 

 

ñ        Zum Seitenanfang

ñññ  Home