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Syrien

 

Eigentlich war ja auch Syrien „nur“ ein Durchgangsland für uns, auf dem Weg nach Afrika. Dennoch wollten wir uns ein paar der wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten ansehen. Wettermässig ging es bereits besser, es war meistens trocken, aber nachts immer noch kalt, d.h. um die 0 Grad.

 

Die Strecke: Aleppo - Ath Thawra (am Euphrat) – Palmyra – Damaskus - Crac des Chevalier (Homs) – Hama - Bosra – Der’a – Jordanien.

Syrien hat uns sehr gut gefallen. Probleme hatten wir hin und wieder mit arabischen Strassenschildern vor allem in den Grossstädten, da haben uns aber die Einheimischen immer mit Stolz und Freude weitergeholfen, ohne jegliche Andeutung auf Bakshish.

 

Einige Reiseinfos:

 

Währung

Syrisches Pfund S£, 1 CHF = 39 S£

Geldwechsel

Reisechecks können nicht gewechselt werden, die meisten ATM akzeptieren keine ausländischen Karten! Cash $ oder € dagegen problemlos.

Visa

Touristenvisa für 15 Tage, man kann damit auch bis 30 Tage bleiben ohne formelle Verlängerung, wichtig: Visa im Heimatland einholen

Zolldokument

Carnet de Passage

Dieseltax

100 US$ pro Woche (in Cash), Nachzahlung bei der Ausreise, wenn man länger als geplant geblieben ist

Roadtax

9 US$ (in Cash)

Haftpflichtversicherung

Obligatorisch an der Grenze, 54 US$ (in Cash)

Dieselpreis pro Liter

25 S£, einheitlich im ganzen Land

Departuretax

500 S£ pro Person, 100 S£ pro Fahrzeug in S£ oder US$

Camping

Freies Stehen ist in Syrien problemlos möglich, einzig ist den Grossstädten Aleppo und Damaskus waren wir froh um die dort vorhandenen Campingplätze, es sind dies:

-          Aleppo, ca. 32 km westlich von Aleppo, auf der Strasse von der Grenze (Bab el Hawa) nach Aleppo bei N36°07.646’ E036°53.183’ abzweigen und den Schildern folgen. Nach ca. 1-2km kommt der Camping Salaam, nach weiteren 500m den Schildern folgend kommt man zum Camping Kodour (Für 1 Camper + 2 Personen € 10 inkl. warme Duschen). Der Eigentümer des Camping Kodour betreibt in Aleppo das Hotel Dar Halabia und das Reisebüro Halabia Tours, beide in der Altstadt und von Lonely Planet empfohlen.

-          Damaskus, ca. 10km NE vom Zentrum: Camping Kabul an der Autobahn bei N33°32.683’ E036°20.799’ (Für 1 Camper + 2 Personen $ 20, inkl heisse Duschen)

 

 

 

 

 

24. Dezember 2008, auf dem Campingplatz Kodour, westlich von Aleppo. Weihnachtsmenu: Gerber-Fondue mit Fladenbrot (sehr gut!), gefolgt von Lebkuchen, Weihnachtsguetzli und Kirschstengeli.

Die ersten Narzissen blühen bereits auf dem Platz.

 

 

Aleppo, Altstadt mit der Zitadelle auf dem Hügel.

Der ganze Burghügel wurde im 12. Jahrhun-dert für den Bau dieser Befestigung künstlich aufgeschüttet. Einiges ist bereits restauriert, vieles soll noch gemacht werden.

Foto ab Postkarte.

 

 

Aleppo, Aufgang zur Zitadelle

 

 

Altstadtbummel in Aleppo

 

 

In Aleppo findet man viele dieser Anbauten.

Die gelben Taxis sind in der Stadt allgegenwärtig und erinnern in Aussehen und Fahrweise stark an die Putschautos bei uns auf dem Jahrmarkt. Mit dem Camper in der Stadt herumzukurven ist ein spezielles Vergnügen und wohl nicht für alle gleichermassen geeignet.

 

 

In der Great Mosque in Aleppo

 

 

Hier wird, wohl nicht so ganz umweltfreundlich, Elektrizität produziert.

 

 

Einsames campieren am Al-Assad-See, durch den der Euphrat fliesst.

 

 

Vor über 2000 Jahren entstanden entlang der damaligen Handelswege zahllose Befestigungen. Die Überreste nach Erdbeben und anderweitiger Verwendung als Baumaterial sind heute geschützt und werden teilweise restauriert.  Hier als Beispiel Rasafa und unten rechts Qasr al-Heir ash-Sharqi.

 

 

Palmyra, Eindrücke aus längst vergangenen Tagen.

 

Von den Assyriern 1000 Jahre BC gegründet, dann von den Griechen übernommen und im Jahr 217 von den Römern annektiert. Die Römer haben den Ort stark ausgebaut mit Theatern, Bädern, Palästen, Tempel, Befestigungen, mit Säulen gesäumten Strassen (über 1000m lang), Grabstätten, usw. ……

 

 

..... 634 fiel Palmyra an die Muslime und im Jahr 1089 wurde der Ort von einem Erdbeben  weitgehend zerstört.

Bis heute wurde vieles wieder ausgegraben und teilweise restauriert. Eine riesige Anlage, die einen guten Eindruck der Macht und der Mittel früherer Herrscher gibt.

 

 

Teil der Säulenstrasse von Palmyra

 

 

Ein kleines, aber …..

 

 

….. schön restauriertes Theater

 

 

Wo es Touristen hat, da gibt es auch Kamele (ich meine nur die 4-Beinigen)

 

 

Im Bel-Tempel

 

 

Die  Zitadelle (Burg, Befestigung) trohnt auf dem Hügel hoch über dem Tal von Palmyra

 

 

Im Tal der Toten sieht man zahlreiche dieser Türme (Towers of Yemliko). Dort wurden die Toten in Sargkammern eingemauert.  Pro Turm ergab das dann ca.1-300 Tote.

 

 

Hier wurde uns bewusst, wie nahe wir an der Grenze zum Irak sind, nur 120 Kilometer trennen uns vom Krisengebiet. Zum Glück trennten sich dann die Wege für Irak und Damaskus kurz nach diesem Schild.

 

 

Um das syrische Visum zu erhalten, mussten wir eine Hotelreservation vorweisen können. Also buchten wir für den 31. Dezember ein Hotel im Zentrum von Damaskus. Das gab gute Gelegenheit zur Erkundung der Innenstadt, hier der Eingang zum Basar, gleich neben der Zitadelle. Die Bilder des Präsidenten Bashar Assad sind überall. Er versucht mit Erfolg eine Öffnung des Landes, sein Leitspruch: „I believe in Syria“

 

 

Im Innenhof eines Restaurants im christlichen Teil der Altstadt. Gediegene Atmosphäre mit schönem Weihnachtsbaum und dem immer und überall präsenten Bildschirm

 

 

Wie immer gibt es im Basar alles zu haben, Nüsse, getrocknete Früchte, …..

 

 

….. Kinderbett .…

 

 

… Brautschmuck ….

 

 

…. Es ist schon spannend, was die einheimischen Frauen unter dem schwarzen Schleier so alles tragen!

 

 

Die Umayyad-Moschee in der Altstadt von Damskus.

Ursprünglich stand an dieser Stelle ein Jupiter-Tempel, dann eine Byzantinische Kathedrale, die im Jahr 705 in eine Moschee umgewandelt wurde.

 

 

Im Innenhof der Moschee. Sehr speziell sind die goldenen Mosaiks

 

 

 

 

 

Auch im inneren kann man sehr schöne Mosaiks bewundern

 

 

 

 

 

 

Frauen und Männer sind strickte getrennt, hier ein Geistlicher, der zu einer gemischten Gruppe spricht, auf der einen Seite die Frauen, auf der anderen die Männer.

Für uns erstaunlich: Die Moschee war  mit Bodenheizung ausgerüstet, so war das Sitzen auf dem Boden auch beim vorherrschenden nasskalten Wetter problemlos.  

 

 

Auch speziell: Die Gläubigen gehen durch die Moschee und fotografieren alles, was ihnen vor die Linse kommt. Normalerweise darf man nicht fotografieren, hier war es anders.

 

 

Eigentlich suchten wir für Silvester ein typisch syrisches Restaurant, landeten dann aber im christlichen Viertel  der Altstadt (hier gibt es in den Restaurants auch Wein) im Rest. Rossini. Wie der Name andeutet, mit hauptsächlich italienischen Spezialitäten. Es war sehr gut, wir haben es genossen.

Gegen Mitternacht erkundigten wir uns, ob in der Stadt zum Jahreswechsel etwas los sei: Normalerweise ja, aber dieses Jahr wegen dem Krieg im Gaza-Streifen ist alles abgesagt. Wir stiessen dann halt im Hotelzimmer ganz allein auf das neue Jahr an.

 

 

Unser Hotel Afamia in Damaskus

 

 

Nach Damaskus fuhren wir nochmals Richtung Norden, um in der Nähe von Homs die Befesti-gung Crac des Chevaliers zu besichtigen. Dabei durchquerten wir diese Wüstengegend, die sich ausnahmsweise komplett in weiss zeigte.  Libanon liegt hinter den Bergen Jabal Lubnan ash-Sharqiyah im Hintergrund.

 

 

Die Befestigung Crac des Chevaliers.

Die ersten Teile der Burg wurden von einem Emir aus Homs im Jahre 1031 gebaut. Im 12. Jahrhundert erfolgte dann der komplette Ausbau durch die Kreuzritter. Die Burg soll Platz für 2000 Personen und Raum für Vorräte für 5 Jahre bieten.

 

 

Die Burg wurde nie eingenommen, alle Angriffe konnten abgewehrt werden.

Erst eine Belagerung durch islamische Armeen zwang die Kreuzritter zur Aufgabe. Obschon die Vorratskammern noch voll waren, übergaben sie die Burg, da keine Aussicht bestand, dass sie von irgendwoher Verstärkung erwarten konnten, gegen freies Geleit zogen sie ab.

 

 

Die Aussicht vom Kommandoturm zeigt die Lage der Burg. Die Berge und Hügel ringsum können von hier aus überwacht werden.

 

Die Dimensionen der Burg sind eindrücklich. Es fehlt nichts, um es hier lange auszuhalten. Neben einer Kirche gibt es natürlich auch Gebetsräume für Muslime

Heute ist die Crac des Chevaliers ein beliebter Programmpunkt für Touristen.

 

 

Über diesen Aquädukt muss wohl die Wasserzufuhr erfolgt sein.

 

 

Die Stadt Hama ist berühmt wegen ihren originellen Wasserrädern.

Der Orontes Fluss bewegt sich gemächlich und mit schwachem Gefälle durch die Stadt. Eine Serie von ca. 12

Rädern (Norias) in unterschiedlichen Grössen, von 8 bis 20 Meter Durchmesser und in unterschiedlichen Anordnungen beförderte über Jahrhunderte das für die Bewässerung der Felder  notwendige Wasser ……

 

 

…. In die kleinen Aquädukte. Ein Gefälle von knapp einem Meter genügt bereits, um das Rad zu drehen und damit die Bewässerung sicher zu stellen. Leider waren wir in der falschen Jahreszeit dort, für die paar wenigen Touristen drehten sich die Räder nicht, vom Frühling bis in den Herbst soll man das Quitschen der sich drehenden Holzräder in der ganzen Stadt hören.

 

 

Dank dem blauen Himmel sieht man die wirkliche Farbe des Wassers nicht so genau.

 

 

Diese Eggen sind Zeugen der in der Gegend zwischen Damskus und Bosra seit Jahrhunderten vorherrschenden Landwirtschaft. Es ist die Kornkammer Syriens, heute mit modernsten Maschinen auf grossen Feldern, früher sicher etwas mühsamer mit diesen Holzschlitten zur Vorbereitung der Felder vor der Aussaat.

 

 

 

 

Unsere letzte Station in Syrien war Bosra. „Schon wieder ein Trümmerfeld“ könnte man sagen. Das stimmt, doch 2 Sachen sind anders hier.

 

1. Die Römer verwendeten für ihre Bauten fast ausschliesslich den in der Gegend vorhandenen schwarzen Basaltstein, daher sehen die Ruinen aus wie nach einem Brand

 

 

Teil einer Kirche

 

 

2. über Jahrhunderte bis heute haben sich die Einwohner der Stadt in den Ruinen häuslich niedergelassen und viele wohnen auch heute noch dort. Daher sieht man überall die unterschiedlichen Baustile, je nach Verwendung zur betreffenden Zeit.

 

 

Sehr gut erhalten ist das Theater von Bosra, das gleichzeitig auch die Funktion einer Zitadelle hatte. Es bietet Platz für 15'000 Personen und ist damit das wohl grösste römische Theater im Nahen Osten. Die Akustik ist erstaunlich, auch auf den obersten Rängen versteht man noch jedes Wort von der Bühne.

 

 

Zeit für eine Wäsche, es macht sich doch besser, mit einem sauberen Fahrzeug an die Grenze zu fahren.

 

 

 

 

 

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