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Die Salzwüste Salar de Uyuni ist wegen aussergewöhnlichen

Regenfällen teilweise unter Wasser

 

 

 

Bolivien Teil 1, Tupiza, Uyuni und Potosi

 

 

 

 

Im Hochland Boliviens begegnet man immer wieder Herden von Llamas

 

Zur Familie der Llamas gehören die

- Vicunas

- domestizierten Llamas

- Guanacos

- Alpacas

 

Sie unterscheiden sich primär in ihrer Grösse und Farbe.

 

Alle sind sie Wiederkäuer,  haben 3 Magen und leben vom kargen Grün der Halbwüsten des Altiplano.

 

 

 

 

Wie bereits im Norden Argentiniens: Fantastische Landschaften.

 

Es war 1908 als hier in diesen Bergen in der Nähe von Tupiza Butch Cassidy und Sundance Kid (2 notorische Bankräuber aus den USA, die in den Süden geflüchtet sind) von einer Bolivianischen Militärpatroullie erschossen wurden, nachdem die 2 die Löhne einer Mine geraubt hatten.  

 

 

 

 

Typisch für die Städte in Südamerika: Im Zentrum gibt es einen (in der Regel sehr gut  gepflegten) Plaza mit einer Kirche und dem Rathaus.

Hier in Tupiza.

 

 

Die Verkehrsschilder sind sehr ausdrucksstark, hier geht es von 4000m steil runter.

 

 

Wildes Camp am trockenen Flusslauf

 

 

In der Region von Tupiza lag teilweise noch Schnee. Unsere geplante Reise in den Südwesten Boliviens, zur Laguna Verde, Laguna Colorado und von dort in die Salar de Uyuni konnten wir wegen zu viel Schnee  (was in dieser Jahreszeit unüblich ist) im Eduardo Avaroa Park nicht machen, wir verschoben das auf später und fuhren weiter nach Uyuni.

 

 

Das Hochland (Altiplano) Boliviens liegt zwischen 3500 und 4500m, die Berge sind um 5000 bis 6500m.

Im Winter, Juni bis August ist es in der Regel trocken, tagsüber bei schönstem Wetter angenehm warm, doch nachts von 0 Grad bis minus 20 Grad, je nach Höhe

 

 

Auch wenn vom Dorf nichts mehr zu sehen ist, die Grabstätten sind geblieben, südlich von Uyuni

 

Was hier wie Schnee aussieht ist Salz. Wir sind in der Region von Uyuni und nähern uns der Salar (Salzwüste).

 

 

Auch an den Flussrändern sammelt sich bereits Salz.

 

 

Wir fahren entlang der Eisenbahnstrecke, die von Salta (Argentinien) durch das Altiplano bis La Paz führt.

 

 

 

 

Die Schotterstrasse ist voll Wellblech und Staub.

 

 

Eine kleine Mine, mit Steinbrecher und Schmelzofen.

 

-          

Uyuni, das Tor zur grossen Salar de Uyuni, einer der weltweit grössten Salzwüsten mit einer Ausdehnung von ca. 140 x 120km

 

 

 

 

Kommunikation mit Familie und Freunden: Nicht immer gibt es Wifi, gerade in Bolivien sitzt man oft in Internetläden. Eine Heizung gibt es nicht, daher schreibt man eben mit den Handschuhen.

 

 

An der Salzwüste angekommen dann die grosse Überraschung: Die Wüste steht grösstenteils bis zu 30cm unter Wasser.

Untypisch für diese Jahreszeit hatte es geregnet.

 

 

Trotz des Wassers ging die Salzgewinnung weiter.

Anders als in anderen Salzwüsten ist hier das Salzgeschäft für die einheimischen Kleinunternehmen (in der Regel Familien) reserviert. Abgesehen von den Lastwagen ist alles Handarbeit, keine Bulldozer sind im Einsatz.

 

 

Schöner Sonnenuntergang am Salzsee

 

 

Und hinter uns …

Vollmond

 

 

Traumhaft schön, wunderbare Farben und vollständige Ruhe.

 

 

Kurz bevor es dunkel wurde kam dieser Radfahrer durch das Wasser über die Salar.

 

Wie alle Arbeiter, die den ganzen Tag auf der Salar sind, hat er sich das Gesicht mit einer Maske geschützt, die Sonnenstrahlung ist extrem stark.

 

 

Die letzten Touristenfahrzeuge kommen von ihrem Ausflug in die Salar zurück.

 

 

Die Nacht war mit minus 13 Grad sehr kalt, eine heisse Schoggi am Morgen hilft beim Auftauen.

 

 

Auch über Nacht ist der Wasserspiegel immer noch hoch geblieben, und nachdem wir wegen Schnee die Fahrt zu den Lagunen gestrichen haben, streichen wir auch die Fahrt mit dem eigenen Fahrzeug in das Salzwasser der Salar. Stattdessen hatten wir eine tägige Tour mit einem Touranbieter gebucht.

 

 

Im Hintergrund sieht man der Vulkan Tunupa (5,400m)

 

 

Action früh am Morgen: Wir campten am Rand der Salar. Kaum waren wir wach parkte ein Polizeifahrzeug direkt neben uns, sie waren aber nicht an uns interessiert, sondern warteten (so versteckt) auf 5 Fahrzeuge, die frühmorgens über die Salar kamen. Die ersten 3 konnten sie abfangen (1 Porsche, 1 BMW und 1 Toyota), die nachfolgenden haben den Braten gerochen und sind in wilder Fahrt abgehauen. Es waren Fahrzeuge (gestohlene?) die von Chile illegal ins Land gebracht wurden.

 

 

Wir sind fasziniert, eine ganze Hotelanlage, alles aus Salz gebaut.

 

 

 

 

Das ist nicht Schnee, sondern Salz.

 

 

 

Die Dame an der Rezeption zeigte uns das ganze Hotel, wir waren beeindruckt. 

Eine zentrale Gasheizung mit Radiatoren sorgt für ein angenehmes Klima.

 

 

 

 

Ausserhalb von Uyuni ist ein grosser Eisenbahnfriedhof. Hier ruhen Dutzende alter Dampfloks, die einmal auf der Linie von Argentinien nach La Paz im Einsatz waren.

 

 

In dieser Gegend scheint alles aus Salz zu sein, sogar diese Souvenirs sind es.

 

 

Salzgewinnung (manuell!)

 

 

Salzkristalle

 

 

Die Fahrt mit dem Toyota der Tourorganisation geht durch das Wasser. Eigentlich ist die Salar mit Wasser darauf noch schöner, es gibt viele Spiegelbilder.

 

 

Wir besuchen eine Insel (Isla del Pescado) in der Mitte der Salar. Ausser Kakteen wächst hier nichts, diese sind aber seit bald 1000 Jahren hier, denn sie sollen ca. 1mm pro Jahr wachsen, und die grössten Exemplare sind bis 9m hoch.

 

 

Das abgetrocknete Salz sieht aus wie ein Gletscher.

 

 

 

 

 

Eine stachelige Angelegenheit.

 

 

Keine Fotomontage, sondern Zufall.

 

 

Zu Inkas Zeiten, als die Handelswege mit Llamas durch die Salzwüste führten, hatte man den Tieren zum Schutz der Hufe spezielle Schuhe angezogen. Diese sind heute jedoch nur noch im Museum zu sehen.

 

 

Die Salzschicht ist bis 10m dick, doch an einigen Stellen sprudelt das Wasser von unten hoch.

 

 

Sogar die Herzen sind aus Salz ….

 

 

 

Salziges …….

 

Links: Die 2 kleinen Flecken im Wasser sind 2 Fahrzeuge auf dem Weg zum Vulkan Tunupa (5400m).

 

Verschiedene Salzstrukturen.

 

 

Diese Baslerleckerli sind (resp. waren!) echt: Auf der Fahrt von Uyuni nach Potosi wurden wir von einem Touristenfahrzeug angehalten, es waren 2 Schweizer aus Lausanne, Vater und Sohn, die auf einer Ferienreise waren. Als sie unsere CH-Nummer sahen, wollten sie uns mit einer grossen Handvoll Baslerleckerli überraschen. Das war ihnen gelungen!  Die waren sehr gut, hier im Bild nur noch ein kleiner Rest davon.

 

 

Nördlich von Uyuni sahen wir mehrere Ruinen mit diesen Rundbauten. Wozu die wohl waren?

 

Unterwegs nach Potosi

 

 

Ein berechtigtes Gefahrensignal, denn die Tiere wandern frei in der Gegend herum, ohne Zäune.

 

 

Der Hausberg von Potosi, der Cerro Rico.

 

Die Stadt wurde 1545 nach der Entdeckung der grossen Silbervorkommen am Cerro Rico gegründet und war über 200 Jahre lang die einträglichste Geldquelle Spaniens. Im 18. Jahrhundert war Potosi die grösste und reichste Stadt Südamerikas. Heute zeugen die vielen Kirchen noch von diesem Reichtum.

 

 

Potosi, hat heute ca. 150’000 Einwohner.

 

1983 haben die grossen Minengesellschaften die Suche nach Silber eingestellt. Seitdem suchen mehrere Tausend Minenarbeiter, organisiert in einer Genossenschaft, weiter nach Edelmetall. Der Abbau in den Stollen erfolgt auf primitivste Art, praktisch alles in Handarbeit und unter mehr als fragwürdigen Sicherheitsbedingungen.

 

 

Trotz allen Sicherheitsbedenken haben wir uns an der Teilnahme einer Tour in die Minen entschlossen. Nachdem wir mit Kleidung, Stiefeln, Helm und Lampe ausgerüstet waren, galt der Besuch einem kleinen Laden im Markt der Mineure um ein paar Geschenke für die Minenarbeiter zu kaufen, das wird von den Besuchern erwartet.

Vom Guide empfohlen wurde Mineralwasser als sinnvolles Geschenk, aber auch …….

 

 

…. Ein paar Stangen Dynamit (ca. 1 $US pro Stange)…….

 

 

…. Coca-Blätter oder Cigaretten wären möglich.

Wir haben Mineralwasser gewählt.

 

 

Die Führung beginnt bei der Verarbeitung des Gesteins.

So kommen die Steine aus dem Berg

 

 

In einem ersten Schritt kommt das Gestein in diese Mühle und wird zerkleinert.

 

 

Anschliessend durchläuft es diverse Bäder, teilweise mit Chemikalien

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier wird der Schlamm gesammelt. Das Absetzbecken rechts ist bereits voll.

 

 

So sieht das Endprodukt aus, das zur Weiterverarbeitung in einem anderen Betrieb verkauft wird.

 

Der Ertrag genügt gerade, um die Arbeit der Mineure zu bezahlen, eine Erneuerung der Verarbeitungsanlagen oder der zwingend notwendige Ausbau der Sicherheit in den Stollen ist nicht möglich.

 

 

Dem Berg entgegen

 

 

Am Cerro Rico gibt es nur noch eine Gesellschaft, die den Bergbau industriell betreibt, d.h., mit Maschinen und Geräten anstatt mit Handarbeit. Eine Besichtigung hier ist nicht möglich.

 

 

Wir sind im Stollen. Es gibt keine Beleuchtung, nur die Stirnlampe. Wir schützen uns mit Masken oder Tüchern gegen den Staub.

 

In der Nähe des Tunneleinganges war es noch kalt, wurde dann aber zunehmend warm bis sehr warm, vor allem als wir 4 Etagen tief hinunterkamen.

 

 

Sicherheit?

 

Der Berg ist im Verlaufe der Zeit mit über 5000 Schächten durchbohrt worden.

 

Nicht auszudenken, wenn diese Holzabstützungen noch ganz brechen.

Durch die waagrechten Hauptstollen führen Geleise, ein mit Batterien betriebener Traktor schiebt darauf jeweils 3-4 Rollwagen voll Gestein  ans Tageslicht.

 

 

Kleine Rollwagenreparatur im Stollen.

 

 

Wir schieben den Wagen ca. 100m weiter, bis zur Stelle wo er befüllt wird.

 

Durch diese Anstrengung merken wir, dass wir durch die Staubmaske nicht genug Luft bekommen, also machen wir es gleich wie die Arbeiter, wir machen ohne Maske weiter. Ein Unterschied: Wir sind maximal 2 Stunden unter Tag, die Arbeiter machen das jeden Tag 10 Stunden.

 

 

Mit solchen Kübeln wird Material von den unteren Gängen in die Hauptstollen gehoben, wo dann der Weitertransport mit den Wagen erfolgt.

 

 

Zur Überwindung der senkrechten Verbindungen gibt es Elektro- oder Handwinden.

 

 

Die Verbindungsstollen in die tieferen Gänge sind teilweise sehr eng,  mit Kriechen und Klettern kommt man durch. Platzangst darf man hier nicht haben.

 

 

Nochmals zum Thema Sicherheit ….

 

 

Wir sind wieder draussen. Die Arbeiter in den Stollen haben noch einige Stunden vor sich. Und morgen gehen sie wieder hinein.

 

 

Vom früheren Reichtum sieht man noch etwas an den Kirchen und offiziellen Gebäuden.

 

 

 

 

Spaziergang durch die Gassen von Potosi

 

 

 

 

Dieses Elektrowarengeschäft wird jeden Tag hier aufgebaut und am Abend verschwindet es wieder.

 

 

Daneben eine komplette  mobile Eisenwarenhandlung

 

 

Das ist uns aufgefallen in Potosi: Alles ist abgeschlossen, wozu es aber gleich 5 Schlösser bedarf, das ist uns schleierhaft.

 

 

Blick von der Kathedrale aus über die Dächer

 

 

 

Dach der Kathedrale

 

In der Kathedrale

 

 

Casa Real de la Moneda, die Münzstätte, wo von 1773 während nahezu 200 Jahren Silbermünzen für Spanien (und andere Kunden) geprägt wurden.

 

 

 

 

Für das Prägen der Münzen wurden 4 komplette Maschinen in Spanien hergestellt und während einer 14-monatigen Reise nach Potosi gebracht.

 

 

 

 

Der Antrieb für die Maschinen erfolgt durch Maultiere und Sklaven im Keller.

 

Zum Thema Sklaven: Die Spanier zwangen Indios zur Sklavenarbeit in den Minen und in der Münzstätte, nur so war es überhaupt möglich, diesen Betrieb aufrecht zu erhalten. Zusätzlich kauften sie Sklaven aus Afrika, die sich aber zur Arbeit in den Minen nicht bewährten (sie überlebten nur wenige Monate unter Tag) und deshalb als Arbeitskräfte in den Farmen im Tiefland eingesetzt wurden……

 

 

Kraftübertragung über diese riesigen Holzräder.

 

 

Stempel und Matrizen

 

 

 

Münzen von 1824

 

 

In solchen Kisten erfolgte der Transport der Münzen auf dem Landweg nach Buenos Aires und dann per Schiff nach Spanien.

 

 

Später wurden die hölzernen Maschinen ersetzt durch mit Dampf angetriebene Maschinen

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben Münzen entstanden natürlich in diesen Zeiten verschiedene andere Gegenstände, teilweise Schmuck, aber auch Gebrauchsgegenstände.

 

 

 

 

 

Zum Abschluss noch etwas Süsses aus Potosi. Wir haben die Torten nicht probiert, sie waren einfach zu gross für uns.

 

 

 

 

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