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Ich bin der Albatros, der auf dich wartet am Ende der Welt,

 

Ich bin die vergessene Seele der toten Seefahrer,

die über alle Meere der Erde kamen, Kap Horn zu umsegeln.

 

Aber sie starben nicht im Wüten der Wellen,

heute fliegen sie auf meinen Schwingen, auf alle Ewigkeit,

 im letzten Abgrund der antarktischen Winde.

 

Zum Andenken an die Seeleute, die vor Kap Horn ihr Leben liessen.

Das Denkmal des chilenischen Künstlers José Balcells Eyquem

und das Gedicht der Chilenin Sara Vial  am Kap Horn

 

 

 

Chile: Punta Arenas – Kap Horn – Ushuaia – Punta Arenas

 

 

 

Punta Arenas liegt an der Magellan Strasse und das grosse Denkmal auf der Plaza Munoz Gomera ehrt Ferdinand Magellan und die damaligen Ureinwohner.

 

Erbaut wurde das Denkmal vom Magellan Pionier José Menéndes  und dem Künstler Guillermo Cordova im Dezember 1920 zum 400 Jahre Jubiläum der Magellan Strasse.

 

 

 

Anfangs des 20. Jahrhunderts war Punta Arenas bereits eine sehr reiche Stadt, der Handel mit Wolle, Schaf- und Rindfleisch muss sehr einträglich gewesen sein. Davon zeugen heute noch einige schöne Häuser im Zentrum der Stadt.

 

 

 

Wir hatten bereits von diesen Schiffsreisen gehört, von Punta Arenas zum Kap Horn und nach Ushuaia und umgekehrt. In Punta Arenas hatten wir uns dann erkundigt und siehe da: Es hätte noch freie Kabinen, Abfahrt wäre am nächsten Tag!

 

Nach kurzem Überlegen entschieden wir uns, die Gelegenheit wahrzunehmen. 5 Tage auf dem Schiff, und wenn das Wetter mitspielt, dann sogar mit einer Landung am Kap Horn.

 

 

Die Route

 

Blau: Mit dem Schiff von Punta Arenas durch den Alberto Agostini National Park zum Kap Horn (Kap Horn Nationalpark) und zurück nach Ushuaia

 

Orange: Die Fahrt mit dem Camper resp. Bus

 

 

Von da an ging alles sehr schnell, für das Auto fanden wir einen sicheren Parkplatz bei einem Hotel, dann ging es ans Packen und schon waren wir unterwegs zum Hafen.

 

 

Keine 24 Stunden nach unserem Entscheid ging es an Bord!

 

 

 

 

 

Nach 3 Jahren im Camper genossen wir den Luxus der Kabine

 

 

Auch das sieht viel versprechend aus, wir wurden nicht enttäuscht.

 

 

Zum Abschied noch etwas Volklore, dann ……

 

 

……. gab der Kapitän den Befehl „Leinen los!“

 

 

Nach einer ruhigen Nachtfahrt durch die Magellan Strasse werden die Boote klar gemacht für die erste Exkursion.

 

 

Nach einer Instruktion und mit Schwimmweste ausgerüstet hängen wir unsere Kabinennummern an das Brett und es geht los.

 

 

 

 

Die Darwin Mountain Range mit dem Marinelli Gletscher.

 

 

Das Schiff liegt in ruhigem Wasser vor Anker

 

 

Unsere Exkursion führt durch ein Gebiet, das vor ?? Jahren vom Marinelli-Gletscher bedeckt war. In Gruppen spazieren wir durch die Gegend und werden über die diversen Pflanzen, Vögel und Tiere informiert, die nach dem Rückzug des Gletschers hier anzutreffen sind.

 

 

 

 

 

 

Diese Beeren (Chauras) sind gerade reif, haben die Form von kleinen Äpfeln und sind süss.

 

 

 

 

 

Nach den Moosen, Gräsern und Sträucher kommen dann die Bäume. Der Wald ist noch jung.

 

 

Zurück am Strand passieren wir eine kleine Kolonie von See-Elefanten. Die 2 nerven sich nicht über uns, sie sind miteinander beschäftigt.

 

 

Am Schluss der Wanderung, bevor wir wieder in die Boote steigen gibt es eine „Erfrischung“: Heisse Schokolade mit einem Schuss Whisky, das war eine neue Variante, sie schmeckt wirklich gut.

 

 

Die Fahrt geht weiter.

 

 

Laura an den Kontrollhebeln: Damit wir ja immer beschäftigt sind gibt es eine Besichtigung des (lärmigen) Maschinenraumes.

 

 

Das Herzstück im Maschinenraum, 2 Cummins 6-Zylinder Motoren mit je 830PS. Bei Volllast verbrauchen sie 250 Liter Diesel pro Stunde

 

 

Bereit für den nächsten Ausflug: Diesmal bleiben wir in den Zodiac-Booten und machen eine Fahrt zu 2 kleinen Inseln (Tuckers Islets) mit Magellan Pinguinen und Kormoranen.

 

 

Magellan Pinguine, darunter hat es auch einige Jungtiere

 

 

 

Rock-Kormorane beim Brüten an den Felsen

 

 

Imperial Kormorane

 

 

 

Und wieder zurück auf das Schiff.

 

 

Inzwischen sind wir im Beagle Kanal unterwegs, der an der engsten Stelle nur 300m breit ist.

 

 

 

 

Ein Besuch auf der Kommandobrücke durfte natürlich nicht fehlen.

 

 

Keine Angst, das Steuerrad ist im Moment nicht in Betrieb, der Mann hinter Laura ist der Steuermann und er arbeitet mit seinen elektronischen Instrumenten.

 

 

 

Zur Sicherheit an Bord (ohne Bild!)

 

Kaum auf dem Schiff gab es eine detaillierte Instruktion über die Sicherheit, das Alarmsystem, Verhalten bei Alarm, Besammlungsorte, usw.

Vor jeder Exkursion wurden wir über die Landestelle informiert und vor dem Verlassen des Schiffes mussten wir unsere Kabinennummer an das „Nagelbrett“ hängen und beim Zurückkommen wieder mitnehmen. Damit war sichtbar, ob alle Passagiere von der Exkursion wieder an Bord waren. Zudem hatten wir neben den Schwimmwesten auch eine illustrierte Dokumentation über die Sicherheit in den Kabinen.

 

Und dann geschah es:

Am dritten Abend (Laura hatte gerade vor dem Schlafengehen die Sicherheitsbroschüre gelesen) wurden wir um 2 Uhr morgens von der Alarmsirene aus dem Schlaf gerissen. Also: Sofort warm anziehen, Regenschutz und Schwimmweste nicht vergessen und an die Rezeption, unserem Besammlungsort. Mehr und mehr Passagiere trafen ein. Das Ganze verlief erstaunlich ruhig, keine Panik, kein Lärm, nur besorgte Gesichter. Draussen in der Dunkelheit schlugen die Wellen gegen das Schiff, aber das feine Brummen der Motoren war zu hören, wir hatten normale Fahrt. Dann nach ca. 20 Minuten verstummte die Sirene und die erlösende Information kam: Fehlalarm! Der Kapitän entschuldigte sich und wünschte eine gute Nacht. Am Morgen wurden wir über die wirkliche Ursache informiert: Mehrere Barbesucher, unterwegs zu ihren Kabinen, kamen an der Rezeption vorbei und drückten den unter einer Abdeckung leuchtenden Alarmknopf (natürlich nur zum Spass)! Die Betreffenden konnten dank der Videoüberwachung ermittelt werden. Hoffentlich wurden sie gebührend gebüsst!!

 

 

Die Signalflaggen

 

 

Dem Pia Gletscher gilt unser nächster Ausflug

 

 

Währenddem die Boote startklar gemacht werden, ….. 

 

 

…..  erhalten wir die letzten Instruktionen für den Landgang.

 

 

Trotz Wind und Regen lassen wir uns den Ausflug natürlich nicht entgehen.

 

 

Es hat etwas Treibeis, die Landung ist aber kein Problem.

 

 

 

 

 

 

Es scheint, dass dieser Gletscher wächst und laufend in den Beagle Kanal abbricht.

 

 

Neben Laura sieht man vor allem die Höhe dieser Eiswand des Pia Gletschers

 

 

 

Auch in der Nähe des Gletschers hat es kleine, aber sehr schöne Blumen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einsteigen bitte!

 

 

Die Fahrt geht weiter im Beagle Kanal

 

 

Ein Blick auf das Schiffs-GPS: Wir fahren durch die Gletscher-Allee, einer ganzen Reihe von Gletschern. Die europäischen Namen lassen auf die Herkunft der Entdecker Feuerlands schliessen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigentlich erwarteten wir eine ruhige Schifffahrt mit gelegentlichen Exkursionen. Dem war nicht so, es wurden diverse Vorträge und Filme (Gletscherkunde, Flora und Fauna, Dokumentarfilm von Shakeltons Antarktis-Expedition, Informationen über die Indio-Stämme, usw) und Schiffsbesichtigungen geboten, mit denen wir auf Trab gehalten wurden.

 

 

Nach einer stürmischen Nacht durch die Nassau Bucht, es hat geschneit in den Bergen ringsum

 

 

Die Südspitze der Insel Kap Horn, rechts das Denkmal und links, bei der Fahne der Leuchtturm mit dem Wärterhaus.

 

 

Die Landestelle

 

 

Wir warten auf den Entscheid des Kapitäns, ob wir zum Kap an Land gehen können.

 

Nachdem 2 Seeleute mit einem Zodiac die Landestelle inspizierten war den Entscheid gefallen: Ja wir gehen an Land!

 

 

Währenddem beim Schiff ein starker Wind weht, ist es an der Landestelle fast windstill, …..

 

 

…… kein Problem für die Landung

 

 

Warten in Wind und Regen

 

 

Die letzten Meter zur Südspitze Südamerikas. Der böige Wind peitscht uns mit über 100 Stundenkilometer um die Ohren, wir mussten aufpassen, dass wir nicht vom Steg gefegt wurden.

 

 

Der chilenische Künstler José Balcells Eyquem hat dieses Werk geschaffen, es besteht aus 2x5 Stahlplatten, der Leerraum in der Mitte zeigt einen Albatros.

 

Der Künstler hatte eine wichtige Auflage zu erfüllen: Das 7m hohe Werk muss Windgeschwindigkeiten von 200 Stundenkilometern aushalten.

 

 

Wir haben definitiv den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht!!

 

Unsere Position:

S55°58’ W067°14’

 

Geografisch gesehen ist aber der felsige Hügel im Hintergrund noch etwas südlicher, aber für uns nicht erreichbar. Dieser Felsen ist 426m hoch und wurde 1616 als wichtiger Navigationspunkt für die Umfahrung des Kaps entdeckt. 

 

 

Die Chilenische Poetin Sara Vial hat ein Gedicht zum Andenken an die vielen Seeleute geschrieben, die vor Kap Horn ihr Leben verloren haben:

 

Ich bin der Albatros, der auf dich wartet am Ende der Welt,

 

Ich bin die vergessene Seele der toten Seefahrer, die über alle Meere der Erde kamen, Kap Horn zu umsegeln.

 

Aber sie starben nicht im Wüten der Wellen, heute fliegen sie auf meinen Schwingen, auf alle Ewigkeit, im letzten Abgrund der antarktischen Winde.

 

 

Wir marschieren hinüber zum Leuchtturm, wo auch der Leuchtturmwärter mit seiner Familie lebt. Die Familie (im Moment ein Ehepaar mit 2 Kindern) lebt hier jeweils für 1 Jahr ohne Pause. Der Wärter registriert alle Schiffe, die das Kap umfahren und ist Garant der Souveränität der Inselgruppe als Chilenisches Territorium.

 

 

Wie lang hält die Fahne den Wind wohl aus?

 

 

Neben dem Wärterhaus hat es sogar eine kleine Kapelle

 

 

Nach einer etwas holperigen Fahrt durch die Wellen sind wir wieder auf dem Schiff, für das letzte Zodiac wird das Anlegen bereits schwierig, der Wind nimmt stetig zu.

 

 

Geschafft!

 

 

Der GPS-Monitor zeigt den letzten Teil der Route zum Kap Horn, die wir jetzt auch wieder für den Rückweg in Angriff nehmen.

 

 

Nein, dort draussen möchten wir jetzt nicht mehr im Gummiboot sitzen!

 

 

 

Die Fahrt ging vom Kap wieder zurück durch die Nassau Bucht und den Murray Kanal zur Insel Navarino und war im ersten Teil sehr rau, Wellen mit 3-4m Höhe donnerten gegen das Schiff, das auch wegen dem Seitenwind etwas schief stand.

 

Weiter draussen in der Drake Passage sind die Wellen noch um einiges höher. Es ist kaum vorstellbar, wie das auf einem der kleinen Segelschiffe gewesen sein muss, die vor 300 und 400 Jahren ohne Motor um das Kap gesegelt sind. Es erstaunt nicht, dass so viele Schiffe in dieser Gegend gesunken sind.

 

 

 

 

In der Wulaia Bucht gingen wir ein letztes Mal an Land. Hier war einst die grösste Siedlung der Yamana Stämme. Anglikanische Missionare wollten diese Indios „bekehren“, ein Experiment das kläglich versagte und den Europäern nicht zum Ruhm gereicht.

 

Aus Überlieferung weiss man, dass die Indios in dieser unwirtlichen Gegend in solchen „Hütten“ überlebten.

 

Später richtete die chilenische Navy hier eine Radiostation zur Überwachung des Verkehrs im Murray Kanal ein. Die Station ist aber nicht mehr in Betrieb und in den Gebäuden ist heute eine sehr gute Dokumentation über die heute ausgestorbenen Yamana zu sehen.

 

 

Nach dem Museum ging es bergauf, …….

 

 

…..  durch die Wälder, ….. 

 

 

…..  mit schöner Aussicht über die Inseln und den Murray Kanal.

 

 

 

Die Biber geben sich nicht mit kleinen Bäumen zufrieden, auch grosse Stämme sind nicht sicher vor ihnen.

 

 

Und hier wohnen die Übeltäter.

 

 

Der Biber in seinem Reich.

 

 

Unser Schiff ankerte am Abend des 23. Dezembers vis à vis von Ushuaia, an der Insel Navarino, um uns dann am Morgen des 24. sicher in Ushuaia an Land zu bringen.

 

Viel zu schnell gingen die 5 Tage vorüber, schade dass wir kein Retourticket nach Punta Arenas hatten.

 

Der Kapitän Enrique Rauch bei der Verabschiedung.

 

 

Früh am 25. Dezember bestiegen wir den Bus, der uns wieder zu unserem Camper zurück nach Punta Arenas bringen wird.

 

 

Nochmals überqueren wir die Magellan Strasse und verlassen Feuerland.

 

 

 

Als ob sie auf uns gewartet hätten, begleiten uns auch diesmal wieder die Commersons Delphine.

 

 

Wow!!

 

Dieses Fahrzeug stand vor dem Hotel Cabo de Hornos (Kap Horn), gemäss Aufschriften geht es hier um eine Expedition an den Südpol.

 

 

Verspätete kleine Weihnachten im Camper, der unsere Abwesenheit im Hotelhof gut überstanden hatte.

 

 

Der Weihnachtsbaum ist zwar etwas klein, aber uns gefiel er.

 

 

Am 27. Dezember war dann auch „unser“ Schiff wieder in Punta Arenas, um glückliche Passagiere auszuladen und  erwartungsfrohe Gäste wieder aufzunehmen.

 

Auf dem alten Landungssteg haben Kormorane ihr Lager aufgeschlagen.

 

 

Polizei hoch zu Ross an der Promenade

 

 

Im Zentrum von Punta Arenas mit schönen antiken Bänken, Lampen und einem Telefonstand.

 

Übrigens: Wir waren noch im Maritimen Museum, dort wird ein sehr guter Film über die Shackelton Antarktis Expedition gezeigt.

 

 

Solche  Anlagen für die Jungen stehen in praktisch allen Städten Patagoniens, super!

 

 

Unterwegs von Punta Arenas nach Puerto Natales, immer wieder begegnen wir solchen Feldern von Lupinen. Jemand muss entlang dieser Strecke Samen aus dem Fenster geworfen haben!

 

 

 

 

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