Home

 

 

Eine Orchidee, die Nationalblume Venezuelas in der Gran Sabana

 

 

Venezuela 1 : Santa Elena Gran Sabana El Dorado Choroni San Cristobal

 

In Venezuela angekommen erkundeten wir vorerst die Gran Sabana, ein grosses Naturschutzgebiet. Schoene Huegellandschaften, viele Wasserfaelle, Waelder und Savanne. In der Grenzregion zu Guyana hat es einige beruehmte Tafelberge, der bekannteste ist Mt. Roraima . Die Gegend hat uns sehr gut gefallen, wir blieben ein paar Tage. In der Gran Sabana gibt es mehrere Indiostaemme. Sie leben aber nicht mehr isoliert im Busch, ihr Lebensstil ist angepasst, sie fahren Autos, haben Sateliten-TV und gehen einem normalen Job nach, verkaufen Souvenirs oder sind als Fuehrer in der Tourismusbranche taetig und ihre Kinder gehen zur Schule.

 

In El Dorado erlebten wir was es heisst, wenn der Treibstoff in Venezuela fast gratis zu haben ist und im benachbarten Guyana der Liter 1.5 US$ kostet. Der Schmuggel blueht, der billige Saft wird in Faesser abgefuellt und mit Schiffen auf dem Fluss Cuyuni nach Guyana geschmuggelt. Pro Schiffsladung gehen da 30 bis 40 Faesser a 200 Liter unter der Nase des Militaers ueber die gruene Grenze. Das geht nur, indem Militaer und Polizei kraeftig geschmiert werden.

 

2 Sachen sind sehr speziell in Venezuela: Beim Geldwechsel in der Bank oder in den offiziellen Wechselstuben bekommt man pro 1 US$ ca. 4.5 Bolivares. Auf dem Schwarzmarkt an fast jeder Strassenecke gibt es aber fuer 1 US$ 9 Bolivar. Die zweite Spezialitaet ist der Treibstoffpreis. Wir fuellten unsere Tanks mit 146 Liter Diesel und bezahlten dafuer umgerechnet 70 Rappen! Das ist kein Schreib- oder Rechenfehler, der Liter kostet 0.48 Rappen!!

 

Vom Rest Venezuelas sahen wir leider wenig. Die Sicherheitslage gefiel uns nicht und was wir aus Berichten von uns bekannten Reisenden, von in Venezuela ansaessigen Deutschen und von der CH-Botschaft in Caracas hoerten war nicht ermutigend. Zu der akut vorhandenen Gefahr von Ueberfaellen und der Korruption der Polizei kommen noch die Auswirkungen im Vorfeld der Praesidentenwahlen vom Oktober dazu, einige Krawalle in groesseren Staedten hat es bereits gegeben. Abgesehen von einer Pause in Choroni, an der Karibik, fuhren wir deshalb auf den Hauptstrassen quer durch, uebernachteten bei den Kontrollposten des Militaers und kamen so unbehelligt bei San Cristobal ueber die Grenze nach Kolumbien.

 

 

 

 

In Pacaraima, dem Grenzort zu Venezuela stehen wir an der Grenze, die lediglich durch die weissen Marker gekennzeichnet ist, einen Zaun gibt es nicht.

 

Brasilien / Venezuela

 

Zwischen den Grenzen gibt es eine Tankstelle, da lohnt es sich anzustehen. Benzin und Diesel kosten hier CHF 0.2 (20 Rappen) pro Liter. Verglichen mit dem Preis im Inneren des Landes zwar noch sehr teuer, aber wir fuellen schon einmal die Tanks.

 

Dank dem kleinen Grenzverkehr koennen Brasilianer hierher fahren um aufzutanken, was sie denn auch in grosser Zahl machen.

 

Sehr eindruecklicher Neubau fuer die Venezulanische Administration an der Grenze. Alle Mitarbeiter tragen knallrote Hemden und Jacken, genau so wie ihr grosser Chef Hugo.

 

Auch die Bureauausruestung ist natuerlich neu, doch die Computer funktionieren noch nicht wie sie sollten, wir mussten 1.5 Stunden warten, bis die Einfuhrgenehmigung fuer den Camper ausgedruckt werden konnte.

 

In Santa Elena. Joachim und Kristina kommen von Kolumbien und Venezuela, willkommener Infoaustausch.

 

Bei Lars finden wir zwischen seinen Cabinas einen idealen Stellplatz. Lars Loth bietet Touren in die Gran Sabana, seine Adresse:

kaiwaktravel@gmail.com

 

Die Gran Sabana ist Teil des Parque Nacional Canaima, in der Suedostecke Venezuelas.

 

Huegel und Waelder soweit man sieht

 

Hier ein Teil der Tafelberge, der Tepuis, in der Gran Sabana. Die Tepuis sind fuer die Indios heilige Berge, nur der Mt. Roraima, rechts, darf mit einer gefuehrten Tour bestiegen werden. Diese Tafelberge sind 2000m bis 2800m hoch und beherbergen eine einzigartige Flora und Fauna. Hier sind Pflanzen und Kleintiere zu finden, die es sonst nirgends auf der Welt gibt.

 

Die Nebenstrassen leiden unter den teils massiven Regenfaellen

 

Warum hier, im Nationalpark abgebrannt wird, verstehen wir nicht.

 

Hier wurden Teile des Filmes Jurassic Park gedreht, sieht urchig aus, wer sieht ein Dino?

 

Badevergnuegen beim Jaspe Wasserfall

 

Das Flussbett besteht aus Jasper, einem Halbedelstein

 

 

Jasper

 

Die Indio-Staemme entlang der Hauptstrasse haben sich fuer den Tourismus eingerichtet, sie bieten Esswaren und Souvenirs an und oft kann man bei ihnen uebernachten resp. campieren

 

Der Wasserfall Saro-Wapo

 

Auf dem Camping von Saro-Wapo hat es mehrere solcher Solarstationen. Damit wird die Beleuchtung sichergestellt.

 

Es ist Sonntag, Grossandrang beim Kawi-Wasserfall

 

Huegel und Waelder, aber keine Tiere

 

Schoen gefertigte Blasrohre mit einem Koecher voller Pfeile

 

Pause am Strassenrand!

 

Es hat wieder geregnet, die Piste wirde rutschig

 

Eine Kooperative betreibt den Transport der Touristen zum Aponwuao Wasserfall

 

Ein sehr eleganter Einbaum

 

Am Aponwuao Wasserfall

 

Von unten sieht er ganz schoen maechtig aus, gleich unter dem Fall ist der Pozo del Amor, der Teich der Liebe. Wir haben ihn ausgelassen, wir waren bereits nass genug.

 

Auf der Wanderung zum Kama Wasserfalle entdeckt: Exotische Blumen, die Orchidee ist die Nationalblume Venezuelas

 

Links im Bild, auf dem Huegel ist unsere Ziel, die Missionsstation von Kavanayan

 

Wir uebernachten kurz vor der Mission und stellen zu unserem Erstaunen fest, dass hier fast alles waechst: Gemuese, Fruechte, Obstbaeume.

 

In der Einsamkeit der Gran Sabana die Mission Kavanayan.

 

Wir haben den einzigen hier noch anwesenden Missionar getroffen. Er erklaerte uns, dass hier in der Gegend leider kaum etwas gedeiht, der Boden sei zu karg. Das erstaunte uns, nachdem wir tags zuvor unweit von der Mission sahen, was dort alles angebaut wird.

 

Neben der Kirche gibt es hier eine Schule und eine Zimmerei (die vorwiegend fuer den Unterhalt der Gebaeude arbeitet)

 

Die Kirche

 

In einer Broschuere haben wir gelesen, dass es in Kavanayan ein Informationszentrum gaebe. Und wirklich, 10 PCs mit Internetanschluss. Langsam, aber immerhin!

 

Unter den Foehren ist der Campingplatz

 

Auch in Kavanayan: Entgegen der Ansicht des Priesters waechst in diesem Garten eigentlich viel.

 

Die Hauptstrasse in Kavanayan

 

 

 

Ca. 250km noerdlich von Santa Elena endet die Gran Sabana und die Strasse fuehrt hinunter in die Ebene. Das Klima wird sofort ganz anders, wir sind im Dschungel und es ist heiss und feucht.

 

Wir sind nicht mehr im Nationalpark und schon beginnt der Wahlkampf. Chavez ist allgegenwaertig, seine Plakate verunzieren jeden Strommast und Brueckenpfeiler

 

El Dorado hat einiges zu bieten was sehr speziell ist, zum einen die alte Brucke ueber den Rio Cuyuni, sie stammt von Gustav Eiffel, und dann .....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

das Campamento El Encanto Cuyuni vom Bruno, einem Schweizer, der sich hier niedergelassen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Campamento kann man nicht verfehlen, die Fahnen sind schon von der Bruecke aus gut zu sehen.

 

Bruno in Aktion, Tagwache um 6 Uhr morgens.

 

Bruno hat eine sehr bewegte Vergangenheit, zuletzt war er als Instruktor im Range eines Oberst in der Venezuelanischen Armee.

 

Er hatte viel zu erzaehlen von seinen Abenteuern!

 

 

Schoener Camping am

Rio Cuyuni

 

Das Tuerschloss der Schiebetuere funktioniert nicht mehr, eine gute Gelegenheit das hier auszubauen und zu flicken.

 

Dieser schwarze Vogel lebt auch auf dem Camp und ist sehr zutraulich. Am liebsten mag er die Blasen vom Seifenwasser. Diese Voegel sollen scheinbar in der Lage sein Schlangen zu toeten.

 

Brunos Papagei kuemmert sich um die Waesche, er zieht die Waescheklammern raus, noch bevor alles trocken ist.

 

Dieser kleine Affe fristet ein eher trauriges Dasein auf dem Camp, angebunden an einen Tisch.

 

 

Gleich hinter dem Camp ist ein Umschlagplatz fuer Treibstoff, der nach Guyana geschmuggelt werden soll.

 

Private tanken taeglich 60 Liter an der Tankstelle zu 0.48 Rappen pro Liter. Sie saugen den Saft aus dem Tank und verkaufen an einen ersten Zwischenhaendler. Dieser sammelt den Treibstoff in Faessern und verkauft und liefert hierher an einen weiteren Zwischenhaendler. Dieser verkauft an die Schmuggler, die mit ihren Booten zum Camp kommen. Diese wiederum liefern die Ware an die Goldsucher im Urwald von Guyana. So verdient jeder etwas, nicht zu vergessen natuerlich Polizei und Militaer, die geschmiert werden muessen.

 

Ein Boot wird geladen, 30 bis 40 Faesser zu je 200 Liter werden mitgenommen, dazu je nach Bedarf auch andere Waren, Lebensmittel. usw.

Die Boote sind mit 2 Mann Besatzung ca. 3 Tage unterwegs. Nicht ganz ungefaehrlich, es hat einige Stromschnellen zu ueberwinden.

Als wir dort waren wurde zudem ein Boot kurz nach dem Ablegen von Banditen ueberfallen, die Besatzung fluechtete, das Boot mit Inhalt ist verschwunden.

 

Von El Dorado fuehrt unser Weg ueber Ciudad Guayana, El Tigre und Maracay nach Choroni an die Karibik.

 

Zwischendurch musste wieder einmal aufgetankt werden, 146 Liter Diesel fuer 70 Rappen (nicht pro Liter, sondern fuer die ganze Ladung!)

 

Bruecke ueber den Rio Orinoco

 

Nach Maracay geht es durch den Parque Henry Pittier, den aeltesten Park Venezuelas (1937), benannt nach dem Schweizer Konservator und Ingenieur.

 

Der Park beherbergt 43% aller in Venezuela lebenden Spezien, darunter auch Puma und Jaguar.

 

Jede Menge Bambus

 

Und ein Vielfalt von Dschungel Pflanzen

 

Restaurierte Haeuser in Puerto Colombia, bei Choroni.

 

Die Baja Grande mit feinem Sand, schattenspendenden Palmen, wunderbarem Wasser, schade, dass es so viele Leute hat.

 

Herrrrrlich!

 

Morgens um 9 Uhr stehen zwar die Sonnenschirme und Liegestuehle bereits, aber sonst ist der Strand noch leer. Fuer uns die beste Zeit, die Sonne noch nicht zu heiss und die Wellen noch klein.

 

Badespass!

 

 

 

Sonnenuntergang an der Dorfpromenade

 

Der Fregatte Vogel kreist und haelt Ausschau nach Fischen.

 

Mit dem Netz haben die Fischer noch schnell das Nachtessen herausgerholt.

 

Wo es Touristen hat, da gibt es auch Kleider. Die Auswahl ist gross.

 

Elektrizitaet in Venezuela, das ist ein heikles Thema: Immer wieder faellt der Strom aus, doch wenn es Strom gibt, dann brennt jede verfuegbare Lampe, ob Tag oder Nacht! Vom Umgang mit Energie haben die Leute noch nie etwas gehoert, warscheinlich ist auch der Stromm (zu) billig.

 

Etwas fuer Bus-Liebhaber .....

 

 

 

...... und Oldies-Fans

Grosse Motoren sind beliebt in Venezuela, denn der Sprit kostet ja (fast) nichts, und Umweltschutz ist kein Thema.

 

 

In der Ebene von Valencia bis San Cristobal in den Llanos gibt es viel Landwirtschaft mit riesigen Rinderherden.

 

Frueher waren die Hauptsrassen privatisiert und in gutem Zustand mit solchen Zahlstationen.

 

Heute ist alles verstaatlicht, die Strassen zwar gratis aber voller Loecher und die Zahlstationen werden von Polizei und Militaer als Kontrollposten verwendet.

 

Aufgefallen: die Lastwagen sind alle weiss und ohne Logo weder von Firmen oder Gueter. Komisch!

 

Am 7. Oktober 2012 wird der Praesident fuer die naechsten 6 Jahre gewaehlt.

Als wir Mitte September durch Venezuela fuhren war der Wahlkampf in vollem Gange. Ein Wechsel waere dringend notwendig, damit das Land endlich zum Chaos von Korruption und Misswirtschaft herausfindet.

 

Nachtrag: Am 7. Oktober wurde Hugo Chavez wieder gewaehlt, allerdings nicht so klar wie er es gerne gehabt haette, aber immerhin mit 54% zu 46%.

 

Hoffentlich in 6 Jahren dann!

Trotz der Wiederwahl, Unzufriedenheit gibt es.

 

 

 

 

Zum Seitenanfang

Home